Der Sommer neigt sich dem Ende zu, das Thermometer zeigt Höchstwerte, doch der Einzelhandel wartet bereits mit dem neuen Herbst. Überall leuchten uns die roten Prozentzeichen entgegen. „Sale“, „Angebote“, „Alles muss raus!“. Eine Frage, die in diesen Wochen so sicher fällt wie der Regen im April: „Und, hast du schon im Sale geshoppt?“
Früher, in der analogen Welt, war der Winterschlussverkauf oder Sommerschlussverkauf ein physischer Kampf. Man drängelte sich an Wühltischen, riss Fremden die letzte Bluse in Größe M aus der Hand und schwitzte in schlecht belüfteten Kaufhäusern. Heute ist die Jagd digitaler und subtiler geworden. Algorithmen – also die fiesen kleinen Software-Bazillen – analysieren unser Suchverhalten. Die wissen genau, dass ich seit drei Tagen um dieses eine Leinenkleid herumschleiche. Und plötzlich, um 22:00 Uhr auf dem Sofa, ploppt die Push-Nachricht auf: „Nur noch heute: Extra 30% auf alles!“ Wer kann da schon widerstehen?

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